Gemeinde Oberlienz in Osttirol

Kirchen und Kapellen

 

Filialkirche zum Hl. Wolfgang

 

Die zerstreut liegenden Berghöfe von Glanz werden um 1380 dem Gemeindegebiet von Schlaiten zugeordnet. Kirchlich gehörte Glanz zum Pfarrgebiet Oberlienz. Auf Bitten der Glanzer Bauern wurde ihnen von der Erzdiözese Salzburg am 10.4.1744 der Bau einer Kapelle erlaubt. Die Kosten hiefür mussten sie selbst aufbringen. Bereits im Jahre 1747 war der Bau vollendet. Der pfarrliche Gottesdienst durfte nur in der Pfarrkirche Oberlienz gefeiert werden. Nur am Kirchweihfest, Pfingstdienstag und dem Titularfest (am Vorabend von Allerheiligen) war ein Gottesdienst gestattet. Das Kirchlein wurde bei Fußleiden und bei Viehkrankheiten gerne besucht. Die früher als Votivgaben aufgehängt gewesenen eisernen Opfertiere stammten sicher aus viel älterer Zeit. Durch den erst später angebauten Kirchturm sind an der Südwand des Kirchleins Reste von Malereien verdeckt worden.

 

Helenenkirchl

 

Das Kirchlein St. Helena, zum Pfarrgebiet Oberlienz gehörig, liegt in 1279 m Höhe auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Hang zum Abbruchgelände unterhalb der Schleinitz. Urkundlich wird es im Jahre 1308 gemeinsam mit Oberlienz, Oberdrum, Thurn und anderen Kirchen des Lienzer Raumes genannt. Der heutige Bau dürfte erst 200 Jahre später entstanden sein. Die zwei Glocken des Kirchleins gehören zu den ältesten in Osttirol. Hauptheilige der heutigen Kirche ist die Kaiserin Helena.

 

Daten aus der heutigen Kirche: im Chor ein Gedächtnisstein an Andrä v. Graben mit Wappen aus dem Jahre 1532, die hölzerne Empore trägt die Jahreszahl 1549, im Dachstuhl der Vorhalle ist das Datum 1666 und im Sakristeianbau ein solches von 1687 zu lesen. Das Langhaus und der Kern des Turmes mit Tuffsteinsockel dürften aus älterer Zeit herstammen (Dr. Pizzinini). Vom Turm aus öffnet sich eine Empore in das Innere der Kirche. In den Jahren 1975/77 wurde das beliebte Kirchlein von den Gemeinden Oberlienz und Thurn mit Unterstützung des Landes Tirol und freiwilligen Spendern restauriert. Östlich des Dorfes Oberlienz, in der Flur "Schleinbachlerfelder" steht am alten Landweg das "Helenenstöckl". Es wurde 1740 erbaut.

 

Kirche St.Georg

 

Die erste gesicherte Nennung der Kirche findet sich in der Stiftungsurkunde der Witwe Maria Riemstecherin aus dem Jahre 1308. Sie wird darin "die an die Kirche Sanct Marien in Obern Luentz angrenzende Kirche St. Georg" genannt. Die Ortsbezeichnung "Oberdrum" war demnach noch nicht sehr geläufig. Das Datum vom 18.01.1206 kann man als derzeit ältestes Kirchendatum annehmen. Die Entstehung der Kirche St. Georg in Oberdrum könnte auf arianisch-langobardische Gründung (vor 568) zurückgehen.

 

Um 1670 wurde ein älterer Kirchenbau wesentlich umgestaltet. Das Gewölbe mit Rippenstruktur und Stuckmedaillons trägt in den Schlusssteinen das 5blättrige Rosenmotiv. Die seltene Art des weiß-gold gearbeiteten Hauptaltars stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. Die Seitenaltäre sind um 1677 entstanden. Lt. Frz. Jakober soll 1565 die St. Georgskirche protestantisch gewesen sein und einen eigenen Friedhof benützt haben. Die Kirche wurde erst um 1820/30 mit einer Mauer umfriedet. 1904 erhielt der Turm an Stelle der barocken Zwiebel-Haube einen Spitzhelm.

 

"s' Grüftl"

 

Neben der Pfarrkirche St. Marien steht eine kleine, geweihte Kirche, die ab und zu auch als Totenkapelle verwendet wurde. Der Bau stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Er wurde in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts umgebaut und eingewölbt. Die nordseitige Außenwand trägt ein Fresko vom jüngsten Gericht (um das Jahr 1515 entstanden), dessen untere, völlig zerstört gewesene Bildhälfte im Jahre 1963 zu einem Kriegerdenkmal umgestaltet wurde. Von der Anlage her könnte das "Grüftl" eine alte Taufkapelle gewesen sein. Von der gotischen Kirche, die 1416 an Stelle einer früheren errichtet wurde, steht noch der aus Tuffquadern aufgemauerte Chor (Altarraum). Am 8. August des Jahres 1809 war die Kirche und noch 35 weitere Häuser von Oberlienz von französischen Soldaten angezündet worden, auch der Turm brannte völlig aus, die Kirchenglocken stürzten in die Tiefe und zerschmolzen. Die völlig verarmte Kirche erhielt die notwendigsten Leihgaben aus dem Franziskanerkloster Lienz und von der Kirche Tristach. Das heutige Sterbeglöcklein stammt vom Schloss Heinfels. Die Leihgaben wurden z.T. zurückgegeben, z.T. angekauft.

 

Der alte, gotische Turm, der beim Brand im Jahre 1809 zu Schaden kam, stürzte am 9. Juni 1864 zusammen. Im Jahre 1869/71 wurde der Turm wiedererrichtet. Der Friedhof erhielt gegen Norden und Osten eine Arkadenmauer mit einem Totenhäusl, das 1799 erbaut ist, in der Nordwestecke musste ein gemauerter, zweigeschoßiger Kornkasten der Vergrößerung des Friedhofes weichen. Das heutige Widum, im Jahre 1787 erbaut, steht auf altem Pfarrgrund, den die Frauenkirche im Jahre 1467 von Burggraf Hugo kaufte.

 

 

 

 

 

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